Vor etwa 2 Monaten hat mein noch minderjährige Sohn von einer hiesigen Bank ein Angebot zur Kontoeröffnung erhalten, zusammen mit zwei Kinotickets, gültig im Falle eines Abschlusses. Das klingt natürlich harmlos. Jedoch muss man dazu wissen, dass mein Sohn die Bezirksschule abgeschlossen hat und somit ein potentieller Kunde geworden ist. Vergangene Woche hat sich die Bank telefonisch gemeldet und nachgefragt, was denn nun wäre.
Ich frage mich woher die Bank unsere Anschrift, Telefonnummer und zusätzlich das ungefähre Alter meines Sohnes und seinen Namen kennt. In Frage kommen Schule, Gemeindeverwaltung, evtl. auch der Arzt oder private Personen aus dem Bekanntenkreis. Ferner frage ich mich, an wen die Daten sonst noch weitergegeben werden. An Versicherungen, den Weinhändler, sonstige Drogendealer, den Nachtclub im Nachbardorf, die Zeugen Jehovas?
Letztendlich hat jedoch die lokale Bank, bei der wir nicht Kunden sind, die Informationsquelle für ihre Zwecke genutzt und unterstützt (oder verursacht?) somit das Verschieben von persönlichen Daten. Ich verachte die Mentalität dieser Menschen zutiefst. Jeder der oben genannten potentiellen Anbieter denkt von sich, er würde lediglich etwas zum Wohle der Menschheit beitragen, wenn er meinen Sohn in seine Kreise hereinzieht. Ich sehe das anders.
Der Informant handelt ebenfalls kriminell. Sollte es sich um eine offizielle Informationsquelle handeln, warum wurden dann nicht zwei weitere Dorfbanken informiert. Das wäre wenigstens lauterer Wettbewerb. Oder handeln die anderen zwei Banken etwa ethisch sauberer?
Der Anstand in unserer Gesellschaft geht immer mehr verloren.
Sonntag, 17. Juli 2011
Datenschutz - Schutz der Jugend
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