Pasteurisiert mit 5 von 5 Sternen. Emotionen pur, mit dem Intellekt nicht zu erfassen.
Nach dem Buch zur Völkerverständigung "Tauben fliegen auf" bin ich neugierig geworden auf Melindas zweites Buch... aber halt, es ist eigentlich ihr erstes Buch, das nach dem vorher genannten lediglich neu aufgelegt wurde. Egal, wie 'rum.
Im "Tauben fliegen auf" ist mir der bandwurmmässige "atemlos" Schreibstil aufgefallen. Wie zur Rache, beginnt Melindas "Im Schaufenster im Frühling" eher im Staccato-Stil. Damit meine ich kurze Sätze (Subjekt, Prädikat, Objekt). Puh, die ersten paar Seiten sind extrem... extrem!... schwer zu lesen. Ich fühlte mich echt zum Narren gehalten. Nun gut, langsam wurde es immer flüssiger und letztendlich war der Lesefluss wieder hergestellt.
Die Geschichte springt hin und her; heute, gestern, vorgestern, heute, vorgestern, vorvorgestern, gestern, heute... hä? Nun versteh' ich bald nichts mehr. Zudem wiederholen sich Szenen, sind jedoch bei der Wiederholung im leicht veränderten Blickwinkel geschrieben und erhalten Zusatzinformationen. Stück für Stück beginne ich zu begreifen... oder ach, doch nicht. Interpretationsversuche schlagen fehl, Frust! Aber weiter geht's mit dem Lesen. Nach etwa der Hälfte des Buches gibt es dann eine erste Altersindikation der Protagonistin... schnell zurückgerechnet... und oops, na deshalb der Staccato-Anfang.
Was sagt die Amazon Kurzbeschreibung zur Geschichte? "Es ist eine Geschichte der Überraschungen, Verletzungen und einer Ahnung vom Glück.". Ja, so oder so ähnlich ist das Buch. Die konfuse, emotionale Luisa lässt mich nicht los. Es ist wie Schachspielen gegen eine regellose Spielerin, die ihre Züge nicht überlegt sondern einfach zieht und mit Glück sogar noch gewinnt. Der verbleibende Seitenrest wird immer dünner und dünner, bald ist die Geschichte durch. Ich bin gefesselt, verstehe aber immer noch nicht - nein, es ist kein Krimi - und dann ganz am Ende ein Lichtblick.
Werde ich über dieses Buch weiter nachdenken? Nein, dieses Buch kann ich nur erfühlen. Ich werde meinen Verstand daran nicht verschleissen!
Frau Abonji, vielen Dank für dieses aussergewöhnliche Experiment und die für mich völlig neue Erfahrung.
Unbedingt lesen! Speziell die LeserInnen, die sonst nur Vampirbücher oder Thriller lesen!
Links:
Das Buch bei Amazon
Link zum obigen Autorinnenfoto
Wikipedia Eintrag zu Melinda Nadj Abonji
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